Klagenfurter Rheumatag
Am 20. September fand in der Messe Klagenfurt der Kärntner Rheumatag mit einem hochkarätigen Referententeam statt, welches ein interessantes Programm bot. Nach den Grußworten der Präsidentin und der Vorstellung von Frau Christa Pachel, Rheuma-Gruppensprecherin in Klagenfurt, moderierte Frau Tasha Rödig, sehr beindruckend durch den ganzen Nachmittag. Als Nachbericht eine kurze Zusammenfassung:
Mit unserem 1. Thema „Rheuma und Herz“ – hob OA Dr. Mathias Ausserwinkler MSc, in seinem Begrüßungsstatement die Wichtigkeit der Selbsthilfe und Selbsthilfeorganisationen und deren ehrenamtliche Arbeiten hervor. Die gute Zusammenarbeit zwischen der Ärzteschaft und allen med. Gesundheitsberufen und den Selbsthilfeorganisationen fördert die Gesundheitskompetenz und bietet Informationen und Austauschmöglichkeiten für Betroffene.
Dr. Ausserwinkler sprach über die Vielfalt der rheumatischen Erkrankungen, erwähnte dass in jedem Alter eine rheumatische Erkrankung auftreten kann und wie wichtig eine frühzeitige Diagnose zu einem guten Verlauf führen kann. Die Lebenserwartung der RA Betroffenen ist in den letzten Jahren gestiegen und macht fast keinen Unterschied zur Allgemeinheit. Rheuma kommt meistens nicht allein, es können auch innere Organe betroffen sein, so auch das Herz. Die Prognose der Herzinsuffizienz bei Patienten mit rheumatoider Arthritis ist signifikant erhöht. Risikofaktoren sind höheres Alter, Rauchen, eine unzureichend kontrollierte Entzündung, eine höhere Glukokortikoid-Dosierung und ein schlechter körperlicher Gesundheitszustand, so Dr. Ausserwinkler.
„Wann ist eine Mikronährstoff-Therapie sinnvoll? Dr. Arno Sommeregger, Orthomolekularmediziner. Im Idealfall sollten die Mikronährstoffe über eine gesunde und wertvolle Ernährung zugeführt werden. Das ist aber nicht immer möglich. Eine genaue Analyse der einzelnen Vitalstoffe und die individuelle Dosierung derselben führen zum Erfolg. Leere Speicher sollen gefunden und aufgefüllt werden, um Spätfolgen zu vermeiden. Sinnvoll ist die Therapie bei fast allen Erkrankungen wie: Herzerkrankungen, Rheuma, Immunschwäche, Krebs, Diabetes… Mit einer Mikronährstoffanalyse können die einzelnen Nährstoffwerte erkannt und eine individuelle Therapie durch einen Orthomolekularmediziner durchgeführt und eingestellt werden. Dr. Sommeregger ist Experte auf diesem Gebiet und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.
„Schmerz lass nach – Schmerztherapie bei rheumatischen Erkrankungen“ stand als Nächstes am Programm. OA Dr. Thomas Ettenauer sprach die Wichtigkeit einer raschen und adäquaten Schmerztherapie an. Schmerzen können verschieden wahrgenommen werden, klopfend, stechend, ziehend. Der Schmerz ist ein Warnsignal des Körpers. Um eine Chronifizierung zu vermeiden, sollte zeitnah eine Schmerztherapie begonnen werden. Es stehen anti-entzündliche und schmerzstillende Präparate sowie nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) zur Eindämmung der Entzündungen zur Verfügung. Auch schwache oder starke Opioide zur Schmerzbehandlung werden eingesetzt. Weiters gehören die Physiotherapie, die Krankengymnastik sowie Kälte- und Wärmeanwendung zur Schmerztherapie, aber auch die Kräftigung der Muskulatur zur Erhaltung der Gelenkfunktion. Auch die Psychotherapie spielt bei chronischen Schmerzen eine essenzielle Rolle, mit Entspannungsübungen und Achtsamkeitsübungen kann der Schmerz reduziert werden.
Rheuma und Osteoporose – ein zusätzlicher Risikofaktor? Referentin OÄ Dr.in Simone Sereinig. Osteoporose ist eine chronische Erkrankung des Skelettsystems, je älter wir werden, desto mehr nimmt der Knochen ab. Osteoporose kann durch eine Knochendichtemessung oder durch ein Röntgen festgestellt werden. Was jeder zur Prophylaxe beitragen kann: Risikofaktoren vermeiden, regelmäßig körperliche Betätigung, auf Ernährung achten, Vitamin D und ältere Menschen mit Sturzprävention vorbeugen.
Was sind Risikofaktoren: Geschlecht, höheres Alter, familiäre Osteoporose, Hormonmangel, Rheuma, Medikamente, Cortison, Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel u.a. Warum besteht bei Rheuma ein großes Risiko? Das Immunsystem ist ständig in Alarmbereitschaft und die Entzündungsstoffe greifen Knochen und Gelenke an, dadurch wird der Knochen schwächer. Worauf ist zu achten: Auf gesunde Ernährung, ausgewogen und eiweißreich essen, Medikamente richtig einsetzen, wenn nötig Osteoporose-Medikamente nehmen oder sich verabreichen lassen und in Bewegung bleiben.
„Laborwerte Verstehen – was sagen sie aus?“ Ein Thema, das nicht leicht zu verstehen ist, für Betroffene oft ein großes Fragezeichen darstellt und oft zu Verwirrungen führt. Darüber sprach Priv. Doz. Dr. Miriam Hucke in ihrem Vortrag. Dabei wurden die wichtigsten rheumatischen Erkrankungen und deren Laborwerte unter die Lupe genommen, begonnen von der Rheumatoiden Arthritis, der Psoriasis Arthritis, Spondyloarthritis, den Kollagenosen wie Systemischer Lupus erythematodes (SLE), Sjögren Syndrom… Diagnosestellungen sollen niemals einzig anhand von Laborwerten gestellt werden, Zufallsbefunde sollen vermieden werden so Doz. Dr. Hucke.
„Chronische entzündliche Rheuma-Erkrankungen – Diagnostik, Therapiemöglichkeiten,“ OA Dr. Mattias Komposch ging bei seinem Thema auf die wichtigsten rheumatischen Erkrankungen ein. Wie wird die Diagnose bei RA gestellt? Eine ausführliche Anamnese umfasst die Untersuchung der Gelenke, mittels eines Bluttestes werden die Entzündungszeichen (CRP, BSG sowie der Rheumafaktor, Anti-CCP-Antikörper) getestet. Auch bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT) sind wichtige Parameter, um frühe Veränderungen an den Gelenken zu erkennen. Zum Einsatz kommen Medikamente wie Kortikosteroide bei akuten Schüben, Methotrexat, nichtsteroidale Antirheumatika (Diclofenac) zur Schmerzlinderung und die Biologika und JAK-Inhibitoren, das sind neue Medikamente, die gezielt in das Immunsystem eingreifen, um einen Krankheitsstillstand (Remission) zu erzielen.
„Sport und Bewegung bei rheumatischen Erkrankungen“ Diesen bewegten Vortrag hat Frau Christine Häferle vom Physiozentrum Apfelbaum übernommen. Bewegung spielt in unserem Leben eine große Rolle und es gibt sehr viele Möglichkeiten, diese je nach seinem körperlichen Gesundheitszustand auszuführen. Neben der Bewegung hat Frau Häferle auch die gesunde Ernährung angesprochen und auf unsere innere Haltung hingewiesen, unsere grundlegende Denkweise, unsere Wahrnehmungen und Reaktionen auf Herausforderungen. Positives Mindset durch Chancen und Wachstum statt Hindernissen.
Zum Abschluss konnten die Teilnehmer mit der Tanzlehrerin, Frau Babara Jordan, in Bewegung kommen. Zuerst wurden Übungen im Sitzen durchgeführt und zum Abschluss wurde getanzt, es hat sichtlich sehr großen Spaß und die Gelenken nach dem langen Sitzen wieder geschmeidig und für die Heimreise fit gemacht.
Ich möchten mich sehr herzlich bedanken bei unserem vortragenden Ärzteteam sowie den Referenten und Referentinnen, die uns ehrenamtlich mit ihrer Teilnahme unterstützten. Danke an unsere teilnehmenden Kooperationspartner und Selbsthilfeorganisationen. Danke an unsere Sponsoren, die uns mit ihrer Unterstützung erst ermöglicht haben die Veranstaltung durchzuführen. Danke an das ÖRL-Team für euren Einsatz!
Gertraud Schaffer
Mit freundlicher teilweiser Unterstützung: AbbVie, Alfasigma, Böhringer Ingelheim Lilly. GSK, Johnson&Johnson, Terme Dobrna, STADA, UCB.
Bilder: Anja Koppitsch
Lisa Nagy





















