Verleihung des Rheumapreises 2019

Verleihung des Rheumapreises 2019

RHEUMAPREIS

Auszeichnung mit dem Rheumapreis für Rheumakranke und deren Arbeitgeber

Salzburg 12.10.2019: Im Rahmen der 25 Jahr Feier im Salzburger Parkhotel Brunauer, wurden 3 PreisträgerInnen mit einer chronischen Rheumaerkrankung und deren Arbeitgeber mit dem Rheumapreis ausgezeichnet. Die Österreichische Rheumaliga setzt damit ein Zeichen für Integration und Wertschätzung von Menschen mit Rheuma im Berufsleben und holt sie vor dem Vorhang.

Franziska Rädler, Vorarlberg

Wie ich mit Psoriasis Arthritis lebe und arbeite, bin 43 Jahre alt. Seit meiner Geburt habe ich Psoriasis (Schuppenflechte) und seit ich 17 bin leider auch mit einer Gelenksbeteiligung.

Nach meinem 3-jährigen Schulbesuch der Handelsschule habe ich 1993 eine Lehre als Augenoptikerin begonnen. Ich hatte das Glück, in einem kleinen Familienbetrieb meine Ausbildung machen zu können. In der dritten Generation leitete damals Herr Christian Müller den Betrieb und gab mir die Chance, den Beruf von Grund auf zu lernen. Noch während meiner Lehrzeit bekam ich die Diagnose Psoriasis Arthritis. Ich verdrängte die Diagnose und hatte mich zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich mit meiner Krankheit auseinandergesetzt. Welcher junge Mensch möchte schon krank sein? Ich stand doch gerade an der Schwelle zum Erwachsensein und hatte Wünsche und Träume.

Nachdem ich den Gesellenbrief in den Händen hielt, hatte ich ein offenes Gespräch mit meinem damaligen Chef. Meine Mutter war auch dabei und wir sprachen offen über das mögliche Ausmaß meiner Krankheit und die damit verbundenen Konsequenzen für den Berufsalltag.

Mein Chef fragte mich damals, was ich mir wünschen würde. Meine Antwort kam schnell. Ich wollte einfach nur arbeiten. Dann meinte Herr Müller, dass ja dann alles klar sei.

Dass es mir heute so gut geht, daran hat natürlich auch meine Familie einen großen Anteil. Sie haben immer an mich geglaubt und mich unterstützt. Zudem erleichtern mir gute Freunde das Leben.

 

Arbeitgeber: Müller Optik GmbH                                                       

Geschäftsführerin: Frau Mag. Juliette Müller

6820 Frastanz

 

Statement Mag. Juliette Müller: Franziska arbeitet seit 26 Jahren in unserem Betrieb und ich kenne sie schon sehr lange. Sie hat sich nie hinter ihrer Krankheit versteckt oder sie als Ausrede benutzt. Sie gibt jeden Tag alles. Manchmal stößt sie natürlich auch körperlich an ihre Grenzen und das ist ein Thema, mit dem sie sich immer wieder auseinandersetzen muss. Wann ist es zu viel und schadet einem? Was geht? Sie hat ein außergewöhnliches Verantwortungsbewusstsein. Sie setzt sich für andere ein und ist für viele Menschen in ihrem Leben eine große Unterstützung. Sie wird von allen sehr geschätzt und auch bewundert, wie sie mit den Schmerzen und Steinen, die ihr ihre Krankheit immer wieder in den Weg legt, umgeht. Neue Mitarbeiter/innen realisieren oft gar nicht, welche Einschränkungen vorhanden sind, da Franziska kreative Mechanismen entwickelt hat, die Situation anders zu lösen. Sie ist ein Vorbild und hat trotz allem, was sie schon erlebt hat und erleiden musste, eine positive Einstellung. Wir sind froh, so einen Menschen in unserem Unternehmen zu haben.

Armin Lindenthaler, Tirol

Im Jahr 2005 erhielt ich die Diagnose Morbus Bechterew & Spondylarthropathie.

Damals war ich erst 25 Jahre alt. Die Zeit bis zur Diagnose war sehr schmerzhaft und ich fiel im Beruf immer wieder aus. Die Folge waren mehrfach Arztbesuche, Krankenstände, Kuraufenthalte, usw. Erst nach einigen Monaten wurden die richtigen Medikamente für mich gefunden und es ging mir zusehends besser Deshalb wollte ich mich 2017 beruflich verändern und machte mich auf die Suche nach einem für mich passenden Arbeitsplatz. 2018 hatte ich das Glück, mit meiner Bewerbung am Universitäts-Sportinstitut USI zu punkten und konnte dort als Sporthallenwart und Mechaniker anfangen.

Ich möchte allen Rheumapatienten Mut zusprechen, im Berufsleben mit ihrer Krankheit offen umzugehen, um einen für sie bestmöglichsten Weg zu finden bzw. zu gehen.

Arbeitgeber: Universitäts-Sportinstituts der Universität Innsbruck

Statement:  Paul Turek I Technischer Dienst/Universitäts-Sportinstitut

Als direkter Vorgesetzter scheiterte ich mit jedem Versuch Herren Lindenthaler zu schonen und von schweren Arbeiten fern zu halten. Er ist immer vorn dabei und bringt sich mit seinem Ideenreichtum, Technischen Verständnis und einer außergewöhnlichen Leistungsbereitschaft ein.

Monika Ringl, Salzburg

Nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit kann ich mit Stolz sagen, dass die Kollegen innerhalb der Volksbank Salzburg eine Art zweite Familie für mich geworden sind. Als vor rund 18 Jahren erstmals starke Schmerzen auftraten, war das Ausmaß dieser Krankheit noch für niemanden abzusehen. Ich bekam eine Vielzahl an Krankheitsbildern diagnostiziert, bis ich eines Tages aufgrund der enormen Schmerzen kaum noch gehen konnte. Erst dadurch kam meine kompetente Hausärztin auf die Diagnose „rheumatoide Polyarthritis“, was mein Glück war, so bitter es klingen mag. Sie verwies mich direkt an die Rheumaambulanz im LKH Salzburg. Obgleich ein erster Sorgenberg von meinen Schultern fiel, nachdem ich die Schmerzen einer konkreten Krankheit zuschreiben konnte, folgten schnell die nächsten Bedenken. Wie würde sich diese Diagnose auf mein weiteres Leben auswirken? Wie lassen sich künftig Familie und Beruf vereinbaren? Mit welchen Einschränkungen würden Kompromisse einhergehen? Auf welche Unterstützung konnte man hoffen?

 

Die größte Unterstützung erfuhr ich jedoch, als ich nach zwei Langzeitkrankenständen wieder ins Berufsleben zurückkam. Mir wurde während der gesamten Krankenperiode durch den Vorstand zugesichert einen sicheren Arbeitsplatz zu haben.

In wirtschaftlichen Krisenzeiten, von denen der Bankensektor auch sehr stark betroffen war, ist es keine Selbstverständlichkeit während langen Ausfällen mitgetragen zu werden. Dies gab mir, neben dem familiären Zusammenhalt, die größte Motivation zur Genesung. Die Rückkehr an meinen Arbeitsplatz wurde mir durch die Volksbank Salzburg, besonders aber durch meinen direkten Vorgesetzen, Herrn Ing. Siegfried Illmer, zu jeder Zeit bestätigt und nie in Frage gestellt.

 

Arbeitgeber: Volksbank Salzburg eG

Filiale: Volksbank Salzburg eG, 5600 St. Johann/Pg.

 

Statement: Ing. Siegfried Illmer: Mitarbeiter, welche aufgrund gesundheitlicher Probleme trotzdem in der Arbeit sitzen, bringen weder der Firma etwas noch tragen Sie dazu bei, ihrer persönlichen Gesundung einen Gefallen zu tun.
So ist es bei uns in der Volksbank Salzburg gelebte Partnerschaft, dass sich bei uns kein Mitarbeiter
Sorgen über seinen Arbeitsplatz machen muss. Die Mitarbeiter danken dies gerne mit ihrem
Engagement in der Arbeit und Loyalität zur Firma. Und uns bestärkt dies wiederum in unserem Handeln.

Sehen Sie sich gleich hier unser Video von der Preisverleihung an: