Veranstaltungen & Aktivitäten – Tirol

Ernährung bei Rheuma / Dr. Wolfgang Halder (li) und Christian Dejaco / Tirol Rheumaschule / ORF Tirol – Innsbruck / 11.10.2017 / @Innsblick / Vanessa Weingartner-Rachlé

Am Vorabend des Weltrheumatages, der alljährlich am 12.Oktober begangen wird, fand im ORF Landesstudio Tirol eine Informationsveranstaltung zum Thema „Ernährung bei Rheuma“ statt.

Die Rheumaschule Tirol – eine 2015 gegründete Initiative von Rheumatologen, Therapeuten, Diätologen, diplomiertem Pflegepersonal und Fachärzten unterschiedlichster Disziplinen – konnte zu dieser Veranstaltung über 200 interessierte Personen begrüßen. Univ.-Doz, Dr. Johann Gruber, Leiter der Rheumatologie an der Klinik Innsbruck, informierte über mögliche Risiken von „Zuviel Harnsäure im Blut“ (Hyperurikämie) und Diätologin Astrid Böhm, vom LKH Hochzirl erklärte die Ernährungsempfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie, zumal Hyperurikämie oft Gicht zur Folge hat.

Den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen war der zweite Teil des Abends gewidmet. Assoz.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Christian Dejaco vom Krankenhaus Bruneck (Südtirol) erklärte in für Laien verständlicher Form den Ablauf des Entzündungsprozesses und betonte die Bedeutung einer konsequenten medikamentösen Therapie. „Diätetische Maßnahmen können Medikamente unterstützen“ so Diätologin Martina Santer BSc aus Innsbruck. Sie erklärte in ihrem Referat, welche Nahrungsmittel entzündungsfördern sind und deshalb möglichst gemieden werden sollten und empfahl andererseits entzündungshemmende Nährstoffe, wie sie zum Beispiel als hochwertige Omega3-Fettsäuren in manchen Ölen oder auch in einigen Fischen am Speisezettel stehen sollten.

Dr. Armin Maier, Krankenhaus Bozen, nahm verschiedene Getränke aus Sicht des Rheumatologen unter die Lupe: „Wasser ist das beste Getränk für alle, aber zur Freude der meisten Anwesenden muss auch auf Alkohol, besonders Rotwein, nicht völlig verzichtet werden. Ausgenommen bei Gicht. Das wurde in einigen wissenschaftlichen Untersuchungen bereits nachgewiesen.“   Für Dr. Peter Gritsch, Allgemeinmediziner aus Gnadenwald in Tirol, mit Spezialisierung auf das Thema Fasten, haben „die positiven Einflüsse, die Nahrungsverzicht auf unterschiedliche Prozesse im Körper ausüben“ zentrale Bedeutung. „Eine besondere Rolle spielt dabei die entzündungsreduzierende Wirkung beim Fasten. Jedoch will Fasten auch gelernt sein und soll über einen längeren Zeitraum nur mit ärztlicher Begleitung durchgeführt werden.“

Fasten im Sinne von „weniger Essen“ kann zur Gewichtsreduktion führen, was für Menschen mit Arthrose („Abnützungserscheinungen von Gelenken“) eine wichtige Therapiemaßnahme darstellt. „Besonders wenn Hüft- oder Kniegelenke betroffen sind“, so Dr. Malgorzata Brunner-Palka, Rheumatologin aus Innsbruck. In diesem Sinne hatte Diätologin Edburg Edlinger BSc, zahlreiche Tipps zur Hand, wie durch Ernährungsanpassung Gewicht durch den Abbau von Fettreserven verringert werden kann, ohne dabei Muskelmasse zu verlieren: „Dafür benötigt es ausreichend Eiweißzufuhr, um die Muskulatur mit ihrem wichtigsten Baustein zu versorgen und regelmäßige körperliche Aktivität, um Muskel zu erhalten bzw. aufzubauen. Dazu ist vor allem Krafttraining zu empfehlen.“ Zu allen erwähnten Krankheitsbildern präsentierte Helene Jäger, DGKP und Kräuterfachfrau im LKH Hochzirl, Kräuter aus Garten, Feld und Wald, die in unterschiedlichster Zubereitung hilfreich unterstützend bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden können. Abschließend informierte OA Dr. Wolfgang Halder, Leiter der Rheumaschule Tirol, über die vielfältigen Angebote dieser Einrichtung, die unter der Schirmherrschaft des Sozial-Medizinischen Vereins Tirol geführt wird. „Von Rheuma betroffene Personen sollen gezielt über Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten informiert werden, da informierte Patienten viel besser mit ihrer Erkrankung umgehen können. Daraus ergeben sich bessere Therapieerfolge und damit eine bessere Lebensqualität.“

Zur Freude der seit zwei Jahren in Nordtirol angebotenen Initiative berichtete Prof. Christian Dejaco, dass es ab 2018 auch in Südtirol eine Rheumaschule nach dem Vorbild der Nordtiroler Initiative geben soll.

Mit „Rheuma-gesunden“ Häppchen und der Gelegenheit, den anwesenden Experten Fragen zu stellen, fand der informative Abend im Foyer des Landesstudios Tirol seinen Ausklang.

Für Fragen zur Rheumaschule Tirol steht der Sozial-Medizinische Verein Tirol unter E-Mail: info@smv-tirol.org oder Tel. +43 512 57 46 05 gerne zur Verfügung.

 

 

     

     

          

    „Wer den Tag mit einem Lachen beginnt, hat ihn schon gewonnen“ (Cicero)

    LACHEN ist gut für die Atmung, es befreit, stärkt das Immunsystem, macht gute Laune; wenn man lacht, wird genau in diesem Moment der Schmerz ausgeschaltet, der Heilungsprozess wird verstärkt, u.v.m.

    Jaaaaa, „Lachen ist die beste Medizin“, wie man so schön sagt.

    Kinder lachen ca. 400 Mal am Tag, Erwachsene im Durchschnitt gerade 14 Mal. Wir alle wissen, dass Lachen gesund ist, und doch fällt es uns im Alltag oft schwer.

    Die Selbsthilfegruppe CHRONISCHE POLYARTHRITIS-Oberland in Silz durfte im Februar in einem sehr interessanten Vortrag von Frau Mag. Claudia Waldauf- Kreiner, MSc, noch viel mehr über die positive Wirkung des Lachens auf uns Menschen erfahren, und die rote Clownnase war auch mit dabei. Dass das Lach- und Schmerzzentrum im Gehirn so ziemlich an der gleichen Stelle sind, war für uns ebenso neu, wie auch die Erkenntnis, dass genauso ein künstlich erzeugtes Lächeln positiv auf uns einwirkt.

    Also, liebe Rheumapatienten – zieht Eure Mundwinkel hoch, Euer Wohlbefinden wird es Euch danken!

     

    Andrea Bachnetzer

     

     

          

    Patientenpreis der ÖGR 2015

    SHG – Chronische Polyarthritis-Oberland    

     

    Im November 2015 ging einer der 3 Patientenpreise der ÖGR an die Selbsthilfegruppe Chronische Polyarthritis-Oberland in Tirol.

    Mit großer Freude nahm ihn die SHG-Sprecherin Andrea Bachnetzer in Wien entgegen. Das Projekt, das eingereicht wurde:

    „GENIESSEN ERLAUBT“

    Mit bewusster Ernährung und positivem Umgang mit Stress

    neue Lebensqualität (trotz Rheuma!) gewinnen

     

    konnte dann im vergangenen März durchgeführt werden.

    Im 1. Teil, geleitet von Tanja Gstrein, Dipl. Gesundheitscoach, Imst, ging es um die seelischen und psychischen Aspekte mit dieser Erkrankung. Was passiert bei Stresssituationen im Körper? Neben einem sehr informativen Vortrag wurden uns auch verschiedene Entspannungstechniken erklärt.

    Im 2. Teil, der ein paar Tage später folgte, ging es um die Ernährung bei Rheuma, mit Stephanie Gabl, Diätologin, Zams. Wir starteten mit einem „gesunden“ Frühstück inklusive Vortrag bezüglich Basics in der Ernährung bei Rheuma. Beim anschließenden gemeinsamen Einkauf in einem Supermarkt in Silz erarbeiteten wir in kleinen Gruppen, worauf bei den Produkten speziell geachtet werden sollte (Herkunft, Regionalität, Zusatzstoffe, Gehalt bzw. Qualität der Fette …)

    Das gemeinsame Kochen der SHG-Mitglieder in der Küche des Jugendheimes in Silz mit anschließendem Essen trug neben den wertvollen Infos auch zur Gemeinschaft der Betroffenen bei.

    Alles in allem, mit Hilfe aller Beteiligten, ein gelungenes Projekt!

    Wir bedanken uns noch einmal bei der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation für diesen tollen Preis.

    Andrea Bachnetzer

    SHG-Sprecherin