Europäisches Forum Alpbach

Europäisches Forum Alpbach

Die Alpbacher Gesundheitsgespräche sind ein jährlicher nicht mehr wegzudenkender internationaler Kongress mit Teilnehmern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft. Die Schwerpunkte der Gesundheitsgespräche, die vom 20.08-22.08.2017 stattfanden, beleuchteten das Spannungsfeld „Konflikte und Kooperationen“. Das Themenspektrum richtete sich von globalen Vergleichen verschiedener Gesundheitssysteme über regionale Versorgung mit Medikamenten bis zu Konflikten zwischen Gesundheitspersonal und PatientInnen. Die Interessen und Bedürfnisse im Gesundheitswesen sind sehr unterschiedlich und sorgen so für Konflikte.

Auf Einladung der Fa. AbbVie konnten 5 Delegierte (Morbus Bechterew, Rheumalis, Myelom-Lymphom, ÖMCCV und ÖRL) 3 Tage an den angebotenen Programmpunkten teilnehmen. Leistbarer Zugang zu innovativen Medikamenten sowie Kommunikation von Wissen zwischen Interessen und Bedürfnissen waren unsere ersten Fixpunkte neben den zahlreichen Workshops und ExpertInnen- Gespräche mit Stakeholdern aus dem Gesundheitswesen.

Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner, die die erste Breakout Session eröffnete, sprach von ihren Zielen, den Menschen ein längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen sowie einen guten Zugang zur leistbaren medizinischen Versorgung sicherstellen. Das, das Gesundheitswissen in der Bevölkerung nicht gerecht verteilt ist. In vielen Ländern ist die nötige Gesundheitsversorgung aus finanziellen Mitteln nicht möglich ist. Wichtig ist der Gesundheitsministerin auch, dass die Menschen die Fähigkeit für ein selbstbestimmtes Leben treffen können. Dafür möchte sie mit Systempartnern gemeinsame Lösungen finden, um das Gesundheitssystem von den ständig wachsenden Herausforderungen entgegenzutreten.

Als Erfolg wurden von der Gesundheitsministerin die neuen gesetzlich beschlossenen Gesundheitskompetenzzentren vorgestellt, diese sollen die Spitalsambulanzen entlasten. Durch das Pilotprojekt 1450 – ein telefonisches Gesundheitsprojekt, welches in 3 Bundesländern (Wien, NÖ, Vorarlberg) installiert und am 7. April 2017 gestartet wurde, haben in den 4 Monaten seit Beginn über 10.000 Menschen mit gesundheitlichen Problemen Hilfe gefunden. Nach der Evaluierung soll dieses Angebot in allen Bundesländern den Bürgern zur Verfügung stehen.

Thematisiert wurde auch, wie die Kommunikation im Gesundheitsbereich verbessert werden könnte. Wie sollte die Aus- und Weiterbildung integriert werden, um ÄrztInnen den Anforderungen entsprechend weiterzubilden, damit Patienten die nötigen Informationen verständlich und neutral zugänglich sind.

Netzwerken mit Vertretern aus dem Gesundheitswesen

Es ist für alle Selbsthilfe-Organisationen sehr wichtig, endlich eine gesetzliche Verankerung sowie eine Regelung einer Basisfinanzierung bzw. Richtlinien für Förderungen der Selbsthilfe in Österreich zu verankern. Es wird immer schwieriger für viele Selbsthilfegruppen bzw. Organisationen, finanzielle Mittel aufzustellen, um den Fortbestand der Selbsthilfe in Österreich zu sichern.

Drei Gesprächsrunden haben zu diesem Thema stattgefunden. Einmal mit dem Präsidenten des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, Dr. Alexander Biach, und in einer zweiten Runde mit Mag. Gudrun Braunegger-Kallinger, Fonds Gesundes Österreich, und Mag. Stefan Spitzbart, Gesundheitsförderung und Prävention vom Hauptverband.

Unser Gesprächspartner bei der dritten Diskussionsrunde war Prof. Dr. Herbert Ivansits, Arbeiterkammer Wien. Rechte-Pflichten-Wiedereingliederung – diese Themen wurden nach einer Vorstellungsrunde, die auch mit allen anderen Gesprächspartnern stattfand, erörtert und rege diskutiert. Das Resultat dieser Gespräche wird sich mit der Zeit zeigen. Vielleicht folgt doch die eine oder andere Überraschung.

G.Schaffer